Kristina und Justin setzen sich durch

Der Plan, den sich Justin Weidemann zurecht gelegt hatte, ging voll auf. Der 17-Jährige überzeugte mit Konstanz und großer Nervenstärke. Nach seinem 231. Schlag stand der Duisburger am Sonntag als neuer Clubmeister fest. “Die Atmosphäre war fantastisch. Ich mag es, vor Zuschauern zu spielen, das hat mich während der Finalrunde zusätzlich motiviert”, erklärte der Youngster. Auch bei den Frauen setzte sich ein hoffnungsvolles Talent an die Spitze des Feldes: Kristina Mletzko siegte mit 256 Schlägen und deutlichem Vorsprung.

Der neue Turniermodus ließ am Samstag frühmorgens die Wecker der 69 Teilnehmer klingeln. Schon um 6.30 Uhr standen die ersten Spieler auf der Driving Range, um sich für den Start um 8 Uhr warm zu spielen. “Ich bin Langschläfer und muss zugeben, dass ich nur schwer in die Gänge gekommen bin”, erklärte Kristina Mletzko im Anschluss an die Clubmeisterschaft. Der Kampf mit der frühen Startzeit hatte sich für die Oberhausenerin jedoch ausgezahlt. Mletzko erkämpfte sich in den zwei Spielrunden am Samstag einen Vorsprung von vier Schlägen auf Anne Gordes. In der Finalrunde am Sonntag schien sich das Blatt zu wenden. Nach Doppel-Bogies auf den Spielbahnen sieben, acht und neun lag Anne Gordes wieder gleichauf. Doch dann zeigte die 21-Jährige ihr stärkstes Golf, für die Back nine benötigte Mletzko nur 38 Schläge, auf der Spielbahn 14 baute sie die zurück erkämpfte Führung mit einem Acht-Meter-Putt zum Birdie entscheidend aus und leistete sich im Anschluss keinen einzigen Fehler mehr.

Noch spannender verlief der Titelkampf der Männer. Nach den beiden Spielrunden am Samstag hatte sich ein Quartett um den Titelverteidiger Lucas Goriwoda in den Fokus gespielt. Justin Weidemann (77/75) ging als Führender ins Finale. “Die 75 auf der zweiten Runde war schon mega gut”, erklärte Weidemann, der aber trotzdem mit einem mulmigen Gefühl in die Schlussrunde gegangen war. Das lag vor allem an der Konkurrenz um Lucas Goriwoda (81/76) und Felix Duden. Duden hatte einer für ihn enttäuschenden Auftaktrunde mit 83 Schlägen eine unmissverständliche Ansage folgen lassen: Die zweite Runde beendete Duden mit zwei Schlägen unter Par (70) und verkürzte so den Rückstand auf einen einzigen Schlag. Der vierte Spieler in der Spitzengruppe ließ sich von enttäuschenden Runden am Samstag (84/80) nicht entmutigen und rollte am Sonntag das Feld von hinten auf: Matthias Koch absolvierte die Front nine mit nur 34 Schlägen, notierte auf dem von vielen Zuschauern umringten Grün der Spielbahn 9 ein Eagle und erzielte mit einer 73er Runde das beste Ergebnis des Finaltages. Das reichte am Ende aber nur zum geteilten dritten Platz zusammen mit Lucas Goriwoda (insgesamt 237 Schläge).

Auf den Spielbahnen 10 und 15 platzten dann auch die Titelhoffnungen von Felix Duden. Der Kapitän der Clubmannschaft hatte sich zwei Doppel-Bogies geleistet und damit den Anschluss verloren. Justin Weidemann baute seinen Vorsprung entscheidend aus. Der 17-Jährige beendete die Clubmeisterschaft unter dem Applaus der Zuschauer mit einem Par-Putt auf der 18. “Ich habe mich schon am Samstag richtig wohl gefühlt und habe versucht, den Titelkampf möglichst locker zu nehmen. Am Ende sind drei Runden unter 80 herausgekommen, ich bin sehr zufrieden”, kommentierte der junge Duisburger.

Felix Hoffmann